Freunde auf Rezept – das neue Heilmittel gegen Bluthochdruck und Demenz

senioren-gemeinsamWer einsam ist, leidet auch körperlich

Wer einsam ist, fühlt sich oft leer und traurig. Aber Einsamkeit verursacht nicht nur seelische Schmerzen, wie viele Studien mittlerweile bewiesen haben: auch viele körperliche Krankheiten können durch das Alleinsein verursacht werden. Experten bringen sehr unterschiedliche Krankheiten mit Einsamkeit in Verbindung: Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Lungenleiden, Depressionen, Schlafstörungen und ein beschleunigter kognitiver Abbau können die Folge sein.

Der Umkehrschluss lautet: Freunde machen glücklich und gesund. Diese These wurden in verschieden Langzeitstudien belegt: wer in einem gut funktionierenden, sozialem Netzwerk lebt, ist weniger anfällig für Depressionen, Übergewicht oder Herz-Kreislauferkrankungen.

Unterschiede gibt es allerdings zwischen den verschiedenen Altersgruppen. Während es für Kinder und Jugendliche wichtig ist, eine möglichst große Anzahl von Freunden und Bekanntschaften in Schule, Verein oder sozialen Netzwerken zu haben, ist es für Menschen in der mittleren Altersstruktur eher wichtig wenige aber dafür besonders feste Freundschaften zu haben. Im Alter wird dann wieder die Zahl der Freunde relevant.

Nachgewiesenermaßen wirkt sich Einsamkeit bei älteren Menschen negativer auf ihr Bluthochdruckrisiko aus als etwa eine Diabeteserkrankung. Gute soziale Beziehungen sind außerdem wichtig, um der Entstehung altersabhängigen chronischen Erkrankungen – auch Krebserkrankungen – entgegenzuwirken.

Wer etwas für seine Gedächtnisleistung tun möchte und einer Altersdemenz vorbeugen möchte, sollte sich zusätzlich geistig fordernden Aktivitäten widmen wie etwa der der digitalen Fotografie oder dem Erlernen einer neuen Sprache. Auch regelmäßiges Tanztraining und das Üben von komplizierten Schrittfolgen hält geistig jung. Hier schließt sich dann der Kreis zu den Freundschaften: denn beim Tanzen trifft man regelmäßig andere Menschen und kann Freundschaften und Beziehungen aufbauen.

Noch unklar ist, wie sich diese Erkenntnisse tatsächlich real nutzen lassen. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, dass Ärzte ihren Patienten den Zusammenhang zwischen Krankheit und Einsamkeit bewusst machen und bei Behandlungen auch das soziale Umfeld mit einbeziehen.